Betrieblicher Arbeitsschutz



Was versteht man unter betrieblichem Arbeitsschutz?

Als betrieblicher Arbeitsschutz werden die Maßnahmen, Mittel und Methoden zum Schutz der Beschäftigten vor arbeitsbedingten Sicherheits- und Gesundheitsgefährdungen verstanden. Das angestrebte Ziel ist die Verhütung von Arbeitsunfällen und der Schutz der Gesundheit der Beschäftigten (z.B. durch Eliminierung von Gefahren, zusätzlichen Schutzmaßnahmen, Persönlicher Schutzausrüstung (PSA)).

Dies ist im §3 des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) festgelegt.



Welche Arbeitsschutz-Strukturen sind im Betrieb verpflichtend?



Jedes Unternehmen ist verpflichtet, die Organisation des Sicherheits- und Gesundheitsschutzes von Beschäftigten zu gewährleisten. Der Unternehmer hat die Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen und erforderlichenfalls sich ändernden Gegebenheiten anzupassen.

Egal in welchem Bereich, ob im Büro, auf der Baustelle oder in der Produktion:
Arbeitgeber stehen in der Pflicht, Gefahren für ihre Beschäftigten abzuwenden.
Dazu müssen Unternehmen eine Vielzahl von Gesetzen, Verordnungen und Regelungen zum Arbeitsschutz beachten. Bei Nichteinhaltung können ihnen empfindliche Strafen drohen, vor allem wenn Beschäftigte zu Schaden kommen.

Damit es nicht soweit kommt, gehört es auch zu den Pflichten des Arbeitgebers, die Organisation des Arbeitsschutzes im Unternehmen sicherzustellen und die erforderlichen Mittel bereitzustellen.



Wer ist verantwortlich für die Aufbau- & Ablauforganisation des betriebl. Arbeitsschutzes?

Um die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz zu gewährleisten, sind alle möglichen Maßnahmen hinsichtlich des Arbeitsschutzes zu verbessern.

Dahingehend beraten und unterstützen Fachleute (Sifa und Betriebsärzte / Arbeitsmediziner) die Unternehmensleitung bei der betrieblichen Prävention und der menschengerechten Gestaltung der Arbeitsbedingungen. Neben dieser Beratungsfunktion nehmen sie in der Regel auch selbst Aufgaben bei der Umsetzung von Arbeitsschutzmaßnahmen wahr.

Die Verantwortung, dass alles, was im Arbeitsschutz vorgeschrieben, möglich und zumutbar ist, auch umgesetzt und ständig weiter verbessert wird, verbleibt jedoch beim Arbeitgeber.

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Die wichtigsten Fragen zum betrieblichen Arbeitsschutz


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Wie melde ich einen Arbeitsunfall?

"Versicherte haben unverzüglich jeden Unfall der zuständigen betrieblichen Stelle zu melden; sind sie hierzu nicht imstande, liegt die Meldepflicht bei dem Betriebsangehörigen, der von dem Unfall zuerst erfährt". (DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention, § 28 Absatz 2).

Erfährt der Arbeitsgeber über einen meldepflichtigen Wege- oder Arbeitsunfall ist dieser verpflichtet diesen dem Unfallversicherungsträger mitzuteilen. Ebenfalls ist eine Kopie der staatlichen Arbeitsschutzbehörde zu übermitteln. Vordrucke des Unfallmeldebogens bieten die Unfallversicherungsträger auf ihren Internetseiten an.

Um einen meldepflichtigen Arbeitsunfall handelt es sich, wenn der behandelnde Durchgangsarzt eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 3 Tagen attestiert.

Welche Maßnahmen zur Arbeitssicherheit muss der Arbeitgeber treffen?

Grundsätzlich ist jeder Unternehmer, der einen Mitarbeiter beschäftigt, dazu verpflichtet, bestimmte technische, organisatorische und / oder persönliche Maßnahmen zur Arbeitssicherheit zu treffen. Unternehmer haben ihre Mitarbeiter vor allem vor Gesundheitsrisiken und technischen Gefahren, die sich am Arbeitsplatz ergeben können, zu schützen.

Seit 1996 ist das Arbeitsschutzgesetz in Kraft. Es regelt die Aufgaben des Arbeitgebers und Arbeitnehmers im deutschen Arbeitsschutz. Zentrales Instrument des Arbeitsschutzes ist die Gefährdungsbeurteilung.

Arbeitgeber müssen dafür sorgen, dass die Beschäftigten vor Chemikalien, Krankheitserregern, Gefahrstoffe, Lärm, technischen Risiken, sowie anderen Gefahren, die durch die Arbeit gegeben sind, geschützt sind. Dabei wird der Arbeitsschutz bereits bei der Planung von Arbeitsplätzen im Rahmen der Prävention berücksichtigt. Zudem hat der Arbeitgeber seine Mitarbeiter im Hinblick auf alle Gefährdungen im Betrieb zu unterweisen.

Seit 2013 sind auch psychische Belastungen ,die am Arbeitsplatz auftreten können, im Arbeitsschutzgesetz berücksichtigt. Sie müssen ebenfalls im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung beurteilt und bewertet werden.

Wer ist für die Arbeitssicherheit im Betrieb verantwortlich?

Die Arbeitssicherheit ist durch den Arbeitgeber zu organisieren. Für die Einhaltung der festgelegten Maßnahmen sind die Mitarbeiter jedoch verantwortlich.

Welche Maßnahmen muss der Betrieb zur Sicherstellung der Ersten Hilfe durchführen?

Es muss jederzeit Erste Hilfe zur Verfügung stehen. In Verwaltungs- und Handelsbetrieben bei mehr als 20 Mitarbeitern müssen 5% der ständig anwesenden Mitarbeiter als Ersthelfer ausgebildet sein. In sonstigen gewerblichen Betrieben müssen mindestens, in Abängigkeit von Betriebsgröße, 10% betriebliche Ersthelfer sein.
Die Ersthelfernachschulung muss alle 2 Jahre erfolgen.

In jedem Betrieb ist es notwendig, ausreichendes Erste-Hilfe-Material zur Verfügung zu haben (§ 25 Abs. 2, DGUV Vorschrift 1).
Art und Menge sowie Aufbewahrungsorte des Erste-Hilfe-Materials richten sich im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung nach der Betriebsgröße, den vorhandenen betrieblichen Gefahren, der Ausdehnung und Struktur des Betriebes und der Organisation des betrieblichen Rettungswesens.

Was sind Sicherheitsbeauftragte?

Sicherheitsbeauftragte sind Mitarbeiter, die sich im Kollegenkreis um die Arbeitssicherheit kümmern.

Sie ersetzen nicht die Fachkraft für Arbeitssicherheit! In Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten muss mindestens ein Sicherheitsbeauftragter bestellt sein. Der Sicherheitsbeauftragte arbeitet ehrenamtlich und sollte ein Mitarbeiter vor Ort sein. Er soll den Unternehmer bei der Durchführung des Unfallschutzes unterschützen, insbesondere indem er sich von der ordnungsgemäßen Benutzung der vorgeschriebenen Schutzeinrichtung fortlaufend überzeugt.

Die Ausbildung der Sicherheitsbeauftragten ist eine Aufgabe der zuständigen Berufsgenossenschaften, die auch von der betrieblichen Fachkraft für Arbeitssicherheit durchgeführt werden kann.

Was ist ein Arbeitsmediziner?

Der Arbeitsmediziner unterstützt ebenso wie die Fachkraft für Arbeitssicherheit in den Fragen zum Arbeitsschutz. Dabei liegt der Schwerpunkt jedoch bei den medizinischen und hygienischen Aspekten. 

Als Arbeitsmediziner kann kein "normaler" Hausarzt, sondern nur ein speziell ausgebildeter Arbeitsmediziner bestellt werden.

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